Lanzarote

Die nordöstlichste der Kanarischen Inseln ist die, die am nächsten zur marokkanischen Küste liegt.
Bei einer Fläche von 845 Quadratkilometern bietet sie immerhin circa 10 Kilometer Küstenstrand.
Die Landschaft ist von Gebirgszügen und Sandwüsten geprägt und ist zu circa zwei Dritteln von Lava aus einem der über 300 Krater der Insel bedeckt .
Lanzarote ist die älteste Insel des Archipels und wurde von der Unesco zum Biosphärenreservat ernannt.
Im Norden der Insel erhebt sich das Famara Massiv bis in eine Höhe von 671 Metern.
Von dort bis zu den Feuerbergen des Timanfaya-Nationalparks erstreckt sich die Sandwüste El Jable.

Lanzarote- Kanarische Inseln

Allein im Timanfaya- Nationalpark finden sich über 30 Vulkankegel, die über lange Zeit aktiv waren und einen Großteil der Insel unter ihrer Lava zu sanften Hügeln und bizarren Landschaften haben erstarren lassen.
Den letzten Aktivitäten der Vulkane sind einige Dörfer und Häuser zum Opfer gefallen und die Rückstände sorgen noch heute für einen recht kargen Bodenbewuchs. Und noch heute strömt das Massiv so eine starke Hitze aus, das man in Erdlöchern trockene Zweige zum Entzünden bringen kann und nur wenige Meter unter der Oberfläche ist es noch circa 400 Grad heiß.
Hier können Sie sogar in einem Restaurant speisen, in dem eine Herdstelle direkt mit der Hitze des Vulkans gespeist wird.
Als die Bevölkerung 1730 von einem Vulkanausbruch überrascht wurde hielt ein Pfarrer die Ereignisse schriftlich fest. Aber die vulkanische Aktivität zwang einen großen Teil der Inselbevölkerung Lanzarote zu verlassen und vorübergehend auf den Nachbarinseln Schutz zu suchen.
An vielen Stellen der Insel wird ein Andenken an die Bedrohung durch die Vulkanausbrüche gewahrt, zum Teil auch an die wunderlichen Wendungen die einzelne Dörfer vor einer Zerstörung bewahrten.

Lanzarote- Kanarische InselnLanzarote gehört, ähnlich wie Fuerteventura, zu den niederschlagsarmen Inseln des Archipels, da die regenbringenden Passatwinde an den flacheren Gebirgszügen nicht abregnen. Aber sie bringen das ganze Jahr über ein mildes Klima auf die Insel und machen auch die heißeren Sommermonate erträglich.
Zeitweise war es, bedingt durch die geringen Niederschläge und den Anstieg des Tourismus, sogar nötig die Wasserversorgung der Insel mit Tankschiffen zu gewährleisten. Heutzutage wird das Trinkwasser über Meerwasserentsalzungsanlagen gewonnen.
Die Landwirtschaft und die Vegetation zehren von der Feuchtigkeit der Nebel.
Dadurch entstand auch eine der Sehenswürdigkeiten der Insel, das Tal der tausend Palmen bei Haria. In Haria lebte auch der Künstler Cesar Manrique, der große Teile der Insel und zum Teil auch die anderen Kanarischen Inseln durch die Verbindung von Kunst und Natur prägte. Nach seinem Tod wurde er auch in Haria begraben.

Die meiste Zeit des Jahres herrscht eine eher karge Vegetation auf der Insel, die sich aber im Frühling, wenn die meisten Niederschläge auftreffen, in ein Blütenmeer verwandelt.
Bei La Geria wird in einem Naturschutzgebiet auf eine besondere Art Wein in Vulkanasche angebaut.
Diese Art des sogenannten Trockenfeldbaus hat sich über die Insel ausgebreitet.
Dabei nutzen die Pflanzen tagsüber die gespeicherte Wärme und nachts speichert sich in der Asche der Tau als Feuchtigkeit von der die Pflanzen zehren.
Die Tierwelt der Insel besteht hauptsächlich aus Vögeln und Eidechsen, da viele andere Arten in der kargen Landschaft kaum existieren können.

Zu den Sehenswürdigkeiten der Insel gehört unter anderem die grüne Lagune nahe des Fischerdorfes El Golfo, die sich durch einen im Meer versunkenen Vulkankrater gebildet hat. Ihre grüne Farbe wird durch eine bestimmte Algenart bewirkt.
Die Cueva de los Verdes sind die längsten Lavatunnel der Welt in denen es auch eine Konzerthalle mit einer nahezu perfekten Akustik gibt.
Über etwa einen Kilometer sind die Lavatunnel begehbar.
Eine weitere Konzerthalle wurde von Manrique in einem anderen Teil des Höhlensystems entworfen. Von der Terrasse dort kann man einen einzigartigen Ausblick genießen.
Ebenfalls von Manrique stammt der Entwurf des Jardin de Cactus bei Guatiza.
Dieser Kakteengarten wurde in einem aufgelassenem Steinbruch angelegt.

Die Hauptstadt Arrecife ist geprägt durch die kanarische Lebensart, hier spielt sich das Leben der Insel auf den Straßen und Plätzen der Stadt ab.
Hier befinden sich auch der Flughafen der Insel und ein Seehafen, über die Sie die Insel erreichen.
Von hier aus können Sie auch die Nachbarinseln des Archipels per Fähre besuchen.

Lanzarote - Kirche