La Gomera
Mit 370 Quadratkilometern ist La Gomera die zweitgrößte der Kanarischen Inseln und liegt circa 300 Kilometer westlich von Teneriffa.
Das geschäftliche Zentrum der Insel ist die Hauptstadt San Sebastian de la Gomera wo auch die Fähren von Teneriffa aus anlegen.
Der Schiffsverkehr per Schnellfähre oder per Autofähre ist die Hauptverbindung der Insel zu den anderen Inseln, hauptsächlich aber zu Gran Canaria und zu Teneriffa.
Auf dem kleinen Regionalflughafen können allerdings auch nur kleinere Maschinen landen, so dass es keine direkte Flugverbindung zu anderen großen Flughäfen in Europa gibt.
Im Hafen von Sebastian lag einst auch die Flotte von Columbus, und er soll aus dem Brunnen La Aguada das Wasser geschöpft haben, mit dem er später Amerika taufte.
In San Sebastian finden Sie einige Kirchen die schon vor der Eroberung der Insel durch die Spanier erbaut worden sind und einen dreigeschossigen Wehrturm in der Mitte des Tales.

Es gibt zwar einige Strände auf der Insel, im Westen bei Alojara einen feinen, schwarzen Sandstrand, im Südwesten bei La Dama den La Rajita-Strand und bei Hermiguas den Playa del Hermiguas. Allerdings herrscht an fast allen Stränden eine starke Unterwasserströmung die das Baden relativ gefährlich macht.
Zu den beliebtesten Urlaubszielen auf La Gomera gehört das Valle Gran Rey, wo sich im letzten Jahrhundert in der sogenannten Schweinebucht viele Hippies niedergelassen hatten, die in den Höhlen am Strand lebten.
Heutzutage haben die allermeisten die Insel aber wieder verlassen, oder haben sich dem Inselleben angepasst.
Die Insel ist unterteilt in die feuchteren Gebiete im Norden, die sich aus den Nebeln der Passatwinde nähren und dem trockeneren Süden.
Im Süden finden Sie eher karge Sträucher, Dickblattgewächse, Wacholder und die Kanarenpalme.
Der Norden hingegen ist geprägt von Lorbeerwäldern und Farnen und oberhalb 1000 Metern von einem Heidemischwald.
Der Nationalpark Garajonay liegt in der Mitte der Insel, östlich von Hermiguas, und umfasst circa 10% der Grundfläche der Insel. Dies Areal wurde von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt und besteht hauptsächlich aus Lorbeer- und Zedernwald und aus Erikagewächsen die die Größe von Bäumen erreicht haben.
Der Lorbeerwald ist weltweit das größte zusammenhängende Waldgebiet seiner Art.
Die Nebel sorgen für genügend Feuchtigkeit, so dass die Äste mit Moos und langen Flechten bewachsen sind und der Farn mannshoch wächst.
Ein unwirklicher Eindruck eines Urwaldes wird so geprägt, dessen höchster Punkt mit 1487 Metern der Pico de Garajonay ist, der aus dem Wald empor ragt.
Der feuchtere Norden der Insel wurde vorwiegend landwirtschaftlich genutzt, hauptsächlich für Bananenplantagen, an deren Bäumen kleine, süße Bananen wuchsen.
Auf La Gomera wurde im Herbst und Winter gesät und im Frühjahr geerntet, allerdings liegen viele der landwirtschaftlich genutzten Flächen nach einer Landflucht im letzten Jahrhundert brach und auch im Inneren der Insel trifft man immer wieder auf verlassene Dörfer.
Dort wo die Flächen heute noch landwirtschaftlich genutzt sind, sind die Flächen in Treppen an den Berghängen angelegt und werden über Wasserreservoir versorgt.
Sollten Sie auf La Gomera laute, durchdringende Pfiffe hören, dann muss es sich nicht unbedingt um einen außergewöhnlichen Vogel handeln. Es könnte auch eine Unterhaltung der Einheimischen in ihrer besonderen Sprache, dem El Silbo sein.
Diese Sprache hat keine Worte, sie wird gepfiffen und kann so auch über die weiten Täler hin verstanden werden.
Das schönste Tal der Insel ist Vallehermoso und zugleich auch die größte Gemeinde der Insel.
Hier wird auch der Miel de Palma hergestellt, ein besonderer Palmenhonig.
Und auf dem Weg dorthin kommen Sie an einer Quelle vorbei der man magische Fähigkeiten nachsagt, der Chorros de Epina.
In der Nähe von Vallehermoso befinden sich auch die Los Organos, die allerdings nur vom Meer aus zu bewundern sind.
Durch Erosion wurden die Steilklippen freigelegt und zu bizarren Gebilden geformt die Orgelpfeifen ähneln.und sich auch unterhalb der Wasseroberfläche fortsetzen, wo man sie bei Tauchgängen besichtigen kann.
La Gomera trägt insgesamt nur einen kleinen Teil zum Tourismus der Kanarischen Inseln bei, bietet aber ausreichend Möglichkeiten für Individualtouristen, die sich die Inselwelt erwandern wollen oder sie per Rad oder Pferd entdecken möchten.
Teilweise verkehren auch Busse auf der Insel, die Sie per Handzeichen stoppen können.
Das Straßen- und Wegenetz ist relativ gut ausgebaut und die Wanderwege sind gut beschildert.
Neben der faszinierenden Natur bietet Ihnen die Insel hauptsächlich Ruhe und Entspannung.



