Die Kanarischen Inseln
Oft wird mit den Kanarischen Inseln der Begriff Massentourismus verbunden, aber mit diesem Vorurteil wird den Kanaren Unrecht getan, denn die meisten der Inseln dieses Archipels entsprechen dem gängigen Bild von Massentourismus, Lärm und überfüllten Stränden überhaupt nicht.
Im Gegenteil, gerade die kleineren Inseln bieten Ruhe und Entspannung in einer abwechslungsreichen Natur.
Dies Vorurteil hängt mit dem Boom der ersten Touristen auf diese Inseln, vor allem auf Gran Canaria und später auf Teneriffa zusammen.
Dabei haben alle Kanarischen Inseln soviel mehr zu bieten, als nur Strand und Sonnenbaden.
Auf insgesamt 7242 Quadratkilometern Fläche lässt sich für fast jeden Belang der richtige Urlaubsort finden.
Angefangen beim Wellnessurlaub über sportliche Betätigung beim Golfen, Reiten, Segeln und anderen Wassersportarten, genauso wie Wandern und Kletterpartien in den bergigen Gebieten.
Ob als Single, in Gruppen oder als Familie, für Individualtouristen genauso wie für den typischen Strandurlauber.
Lage und Entstehung der Kanarischen Inseln

Der Pico del Teide - höchster Berg Spaniens
Mitten im Atlantik, vor der Küste Westafrikas und auf einer Höhe mit Florida, Marokko und Ägypten haben die Kanarischen Inseln immerhin durchschnittlich 300 Sonnentage im Jahr aufzuweisen, bei einer Durchschnittstemperatur von 20-28 Grad.
Sie gehören zur Inselgruppe Makaronesien, was soviel wie gesegnete oder glückliche Inseln bedeutet.
Zu Makaronesien gehören noch weitere Inselgruppen, wie zum Beispiel die Azoren.
Die makaronsesischen Inseln sind vulkanischen Ursprungs und ihre Fauna ist durch Lorbeerwälder in den höheren Bergregionen geprägt.
Die Kanaren gehören zwar zu Spanien, bilden aber eine autonome Gemeinschaft, die in zwei verschiedene Provinzen aufgeteilt ist.
Insgesamt zählen sieben Hauptinseln zu der Inselgruppe und noch sechs weitere kleine Nebeninseln, die zum Teil unbewohnte, kleine Felseninseln sind.
Zur Provinz Las Palmas gehören Lanzarote, Fuerteventura und Gran Canaria mit der Hauptstadt Las Palmas.
Die Inseln La Palma, La Gomera, La Hierro und Teneriffa gehören zur Provinz Santa Cruz de Tenerife , deren Hauptstadt Santa Cruz auf Teneriffa liegt.
Die Inseln selbst sind circa 1000 bis 1400 Kilometer von Spanien entfernt und trotzdem liegt der höchste Berg Spaniens auf Teneriffa, der größten der kanarischen Inseln.
Der Pico del Teide ist 3718 Meter hoch.

Naturpark Timanfaya auf Lanzarote - Zeugnise der vulkanische Aktivität
Die Entstehung der Inseln liegt zwischen 2 und 20 Millionen Jahre zurück und damit gehören die Kanarischen Inseln geologisch gesehen zu den jungen Inseln.
Da die Erdkruste im Bereich der Inseln und Afrikas recht dünn ist verschiebt sie sich relativ stark, dadurch kam es vor circa 36 Millionen Jahren zu Vulkanausbrüchen unter Wasser und aus den Anhäufungen von Lava und Gestein sind im Lauf von Jahrmillionen die Inseln entstanden.
Im Grunde sind die Kanaren also gar keine Inseln, sondern nur die Spitzen eines vulkanischen Gebirges, und zwar mit circa 5 % nur ein kleiner Teil dessen.
An vielen Stellen auf den Inseln sind noch Zeugen des vulkanischen Ursprungs zu entdecken, der mitunter bizarre Formen angenommen hat.
Sogenannte Steinrosen zum Beispiel, die aus den Rissen in der erkaltenden Lava entstanden sind.
Der nördliche Wendekreis prägt das Klima
Die Kanaren werden auch die Inseln des ewigen Frühlings genannt, da durch die Nähe zum nördlichen Wendekreis das ganze Jahr über ein subtropisches mediterranes Klima herrscht.
Kanarenstrom und Golfstrom sorgen für einen kühlen Luftstrom über der Inselgruppe und die Passatwinde lenken die heißen Winde aus der Sahara ab.
Nur manchmal gelangt bei Ostwind ein wenig Saharastaub auf die Inseln.
Die Jahreszeiten lassen sich hauptsächlich in eine trockene Sommerzeit mit sehr wenig Regen und angenehme Temperaturen um 25 Grad einteilen und in wenige regenreichere Monate im Winter, in denen die Temperatur aber auch selten unter 17 Grad fällt.
Das entspricht im Grunde wirklich einem bundesdeutschen Durchschnittsfrühling, allerdings mit wesentlich weniger Regen.
Durch die Wolkenbildung ist es in den nördlichen Gebirgsregionen der Inseln meist etwas feuchter und kühler als im flacheren Süden.
Da die Inseln im Bezug auf die Höhen die ihre Gipfel erreichen von der Grundfläche her recht klein sind.
Dadurch entstehen verschiedene Klimazonen auf den Inseln, die in den flacheren Küstenbereichen eher als trocken und relativ heiß empfunden werden können, aber in den höher gelegenen bewaldeten Gebieten wechseln sich feucht-kühles und ein trockeneres Hochgebirgsklima ab.
Auf den beiden flacheren Inseln Fuerteventura und Lanzarote herrscht insgesamt eher ein trockenes Klima.
Die kühlsten Monate mit dem meisten Niederschlag sind Januar, Februar und Dezember. Juli und August sind meist die beiden heißesten Monate, in denen es so gut wie nie regnet.
Selbst in den „Regenmonaten“ sind es nur wenige Tage im Monat an denen es wirklich regnet.
Die Wassertemperatur hält sich die meiste Zeit des Jahres bei über 20 Grad und fällt, wenn überhaupt, nur wenig darunter.
Schnee und Frost gibt es nur selten auf den Kanaren, und wenn dann nur in den höchsten Bergregionen.
Bunte Vielfalt in der Pflanzen und Tierwelt

Kanarische Inseln - Oliven
Bedingt durch die Lage und den Umstand, dass die Inseln nie mit dem Festland verbunden waren hat sich eine eigenständige Artenvielfalt in Flora und Fauna auf den Kanaren entwickeln können.
Das mediterrane Klima und die unterschiedlichen Klimazonen der Inseln
sorgen für eine abwechslungsreiche Vegetation, in der die unterschiedlichsten Tierarten ihre Nischen finden.
Vielen Pflanzen und Tiere begegnen Sie nur in dieser Region und einige von ihnen haben sich in ihrer Eigenständigkeit auf den Inseln weiterentwickelt und so wieder neue, speziellere Arten gebildet.
Einige dieser Arten und Unterarten kommen nicht einmal auf allen kanarischen Inseln, sondern nur auf einer speziellen vor.
In der Küstenregion treffen Sie auf verschiedene sogenannte Sandpflanzen, Wolfsmilchgewächse und auf Pflanzen die sich in Felsspalten festsetzen oder sich mit ihren flachen Wurzeln in geringer Erdtiefe verankern können.
In den etwas höher gelegenen Regionen kommen die Pflanzen vor, die sich an große Hitze und viel Sonne anpassen können, indem sie in ihren Fleischigen Blättern und Stengeln über längere Zeit Wasser speichern können, oder bei großer Trockenheit ihre Blätter abwerfen.
Die nächste Stufe eignet sich durch ein ausgeglichenes Klima unter anderem auch für die Landwirtschft und wird zu großen Teilen auch intensiv genutzt, zum Beispiel zum Anbau von Olivenbaumplantagen, die auf Gran Canaria sogar noch in einer wilden Variante wachsen.
Die Lorbeerwälder der Gebirgsregionen liegen teilweise in geschützten Gebieten und bilden dichte, immergrüne Wälder. Wo diese Wälder gerodet wurden haben Erika und Myrre den Boden erobert, die sich bis in die Kieferwälder und in die höchsten Regionen ausbreiten.
Das Unterholz in den Kiefernwäldern bilden meist Cistrosen.
In den Lagen die noch über den Kiefernwäldern liegen gedeihen nur noch niedrige Sträucher und einige Arten die es nur auf den Kanaren gibt, von denen sich früher die Ziegen ernährt haben.
Die nur auf den Kanaren heimischen Pflanzen haben auch vielfach an den Steilküsten, in Felswänden und Schluchten überlebt.

Geckon
Angepasst an die geologischen Besonderheiten gibt es auf den Inseln hauptsächlich Reptilien und Vögel, allerdings keine Schlangen.
Bei den Reptilien handelt es sich meist um kleinere Eidechsenarten, Skinks und Geckos.
Und die größte ihrer Art, mit bis zu 75 Zentimetern Körperlänge, lebt nur auf El Hierrho.
An der Küste trifft man gelegentlich auf Meeresschildkröten.
Im Meer können Sie beim Schnorcheln auf Rochen, Engelshaie, Papageienfische, Brassen, Barsche, Schwert- und Thunfische und viele andere Arten mehr treffen.
Wenn Sie bei einem Spaziergang allerdings lieber den Himmel vor Augen haben, dann werden Sie auf viele Vogelarten treffen, die Ihnen bekannt vorkommen, da sie auf den Kanaren überwintern und einige davon haben auf den Inseln kanarische Unterarten gebildet.
Der berühmteste Vogel der Kanaren dürfte allerdings der Kanarienvogel sein, der vielerorts mit seinem Getriller entzückt, das uns aus heimischen Gefilden nur aus dem Vogelkäfig bekannt ist.
Die Natur erfährt in großen Teilen der Inseln bereits in Naturschutzgebieten von insgesamt über 300.000 Hektar einen besonderen Schutz.
Vier der dreizehn Nationalparks Spaniens finden Sie auf den Kanaren.
Land und Leute
Auf den Kanaren wohnen über 2 Millionen der 46 Millionen Spanier und die meisten davon auf Teneriffa.
Die beiden Hauptstädte der Provinzen sind auch zugleich die beiden größten Städte.
Der weitaus größte Teil der Bevölkerung gehört der römisch-katholischen Kirche an, entsprechend finden sich auch in den Kirchen und Kathedralen auf den Inseln viele Nachweise über die Kirche in den letzten Jahrhunderten.
Offiziell wird auf den Inseln spanisch gesprochen, allerdings hört man auch den kanarischen Dialekt sehr häufig.
Die Wirtschaft beschäftigt sich fast zu zwei Dritteln mit dem Tourismus.
Landwirtschaft spielt fast nur noch eine untergeordnete Rolle, und neben Bananen werden hauptsächlich Tomaten, Gurken, Wein und Kartoffeln angebaut.
Die meisten Inseln verfügen über einen eigenen Flughafen, von dem aus Sie weltweit in jede größere Stadt fliegen können, oder aber sie sind per Fährverbindung untereinander verbunden.
Flugzeuge und Fähren verkehren auch innerhalb der Inseln und Teneriffa und Gran Canaria haben jeweils einen großen Seehafen.
In den Dörfern trifft man noch gelegentlich auf Bewohner in typischen Trachten, da der Dorfbevölkerung im allgemeinen Tradition und Folklore noch wichtig sind.
Auf ganz andere bunte Farben treffen Sie allerdings beim kanarischen Karneval, bei dem nach Samba-Rhythmen getanzt wird.
Die Ladenöffnungszeiten der Supermärkte sind den deutschen Öffnungszeiten angepasst. Kleinere Geschäfte schließen mittags, sind dann aber von 17-21 Uhr wieder geöffnet.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten die jeweilige Insel zu erkunden.
Entweder mit dem Mietwagen oder einem gemieteten Motorrad, auf dem Rücken eines Pferdes, mit dem Rad oder auch wandernd, am besten natürlich in Kombination.
Als Wassersportler können Sie auf vielfältige Art und Weise auf Ihre Kosten kommen. Ob Sie segeln wollen, surfen, tauchen oder kitesurfen bevorzugen, an den Küsten entlang der Inseln finden sich viele Möglichkeiten.

Ob Sie segeln wollen, surfen, tauchen oder kitesurfen bevorzugen, an den Küsten entlang der Inseln finden sich viele Möglichkeiten.
Aber auch kulinarisch haben die Inseln etwas zu bieten, wenn auch viele Restaurants sich den internationalen Bedürfnissen angepasst haben.
Gojo ist eine kanarische Spezialität aus einfachsten Zutaten und daneben gibt es eine Vielzahl an Gerichten mit Meerestieren, vor allem Fisch und gegrillte Langusten, dazu frischen Ziegenkäse oder in Meerwasser gekochte Kartoffeln.
Um den allgegenwärtigen Knoblauch kommen Sie bei den Mahlzeiten allerdings kaum herum.
Die zahlreichen Sehenswürdigkeiten lassen sich kaum in Kürze aufzählen, aber
jede der Kanarischen Inseln hat auf die ihr eigene Art etwas ganz besonderes.
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